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Meine Lieblingsspiele | Entwicklungssysteme | IF auf dem PDA | Links

Interactive Fiction: Eine Hommage

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an die Zeiten der sog. Text-Adventures. Mitte und Ende der Achtziger war dieses Genre ziemlich beliebt -- Grafik war damals noch recht selten in Spielen zu finden, und wenn, handelte es sich um stilvolle Klötzchengrafik.

Da waren Text-Adventures eine echte Alternative: meistens mit einer gut durchdachten, witzigen Story versehen, forderten sie die Intelligenz des Spielers heraus, und gaben ihm (oder ihr) viele harte Nüsse zu knacken (Ich sage nur "Babelfischrätsel"...) Eine Firma machte besonders von sich reden durch ihre Entwicklung besonders hochwertiger "Interactive Fiction": die legendäre Spieleschmiede Infocom, heute nur noch eine Erinnerung.

In den letzten Jahren hielt ich Text-Adventures für tot und vergessen, und trauerte ihnen -- trotz der neuen, sehr guten Grafikadventures à la "Monkey Island" -- sogar etwas nach, da stolperte ich durch Zufall über ein FTP-Archiv, das der Sammlung, Pflege und Weiterentwicklung von Interactive Fiction gewidmet ist: das if-archive.

Dort finden sich nicht nur Lösungen und Besprechungen zu den alten Infocom-Klassikern, sondern vor allem auch viele neue Spiele, die mit den verschiedenen frei zugänglichen Entwicklungs-Systemen geschrieben worden sind (ebenfalls dort erhältlich!), und meist als Freeware angeboten werden. Hinzu kommen archivierte Ausgaben mehrerer Zeitschriften über IF, z.B. SPAG und XYZZYnews, sowie weitere Publikationen rund ums Schreiben und Spielen von Text-Adventures.

Ich fühlte mich wie im Schlaraffenland, nachdem ich dieses Schatzkästlein entdeckt hatte, und war erfreut, daß Text-Adventures immer noch eine kleine, aber feine Fan-Gemeinde haben. Schnell besorgte ich mir mein eigenes Entwicklungs-System, und schreibe seitdem selber ab und zu an eigenen Spielen herum, die allerdings nie fertig werden...

Seit neuestem spiele ich etwas mit Inform 7 herum, der neuen, revolutionären Version des beliebten Autorensystems. Inform 7 erlaubt Programmierung über natürlichsprachige Eingaben. Wen dieses Konzept genauso wie mich fasziniert, kann sich auf der Inform 7 Homepage darüber genauer informieren und die komfortable Entwicklungsumgebung zum Ausprobieren auch gleich herunterladen (leider z.Z. nur für Windows und MacOS). "Aber Vorsicht - it's beta!"

Meine (bisherigen) Lieblingsspiele:

(Hinweis: Die meisten der folgenden Spiele sind nicht ohne die entsprechenden Interpreter spielbar. Diese können ebenfalls im if-archive gefunden werden, für viele der gängigen Plattformen. Dateien mit der Endung .z5 oder .z8 werden mit einem Inform-Interpreter gestartet (z.B. Frotz); Dateien mit der Endung .gam sind im TADS-Format, und können mittels eines TADS-Interpreters zum Laufen gebracht werden.)

Anchorhead:
Wer H. P. Lovecraft's schaurige Geschichten voller geheimer Kulte, außerirdischer Tentakelgötter und neu-englischem Flair mag, wird auch dieses Spiel lieben.

In der fiktiven Stadt Anchorhead als Frischverheiratete angekommen, bröckelt schon bald der zivilisatorische Putz und das Unheil nimmt seinen Lauf... Oder vielleicht doch nicht?

Insgesamt sehr stimmungsvoll, mit nicht allzu schweren Puzzles und exzellenter Story!

Christminster:
Campusabenteuer mit dichter Atmosphäre und exzellenten Puzzles.

Detective: An interactive MiSTing:
Dies ist kein "richtiges" Spiel, sondern eine gelungene Adaption einer in den USA bekannten Fernseh-Serie (Mystery Science Theater 3000), in der schlechte Filme kommentiert und parodiert werden, auf das Text-Adventure-Genre. Das durch den Kakao gezogene Spiel heißt "Detective" und ist grottenschlecht... Meine Meinung: Super!

Glowgrass:
Science-Fiction-Adventure der Extraklasse; kurz, aber mit fesselnder Story.

John's Fire Witch:
Eine Art Fantasy-Geschichte mit Humor und vertrackten Rätseln, von denen eines zu meinen liebsten zählt (die Befriedigung, es zu lösen, war fast so groß wie bei dem Haupträtsel in "Spider and Web"...)

Photopia:
Dies ist mehr eine interaktive Kurzgeschichte: verschachtelt, poetisch, genial. (Nicht nur) mein Favorit der 1998er IF Competition.

Spider and Web:
Spionagethriller mit Pfiff; eines der intelligentesten und herausforderndsten Adventures, die ich jemals gespielt habe.

Theatre: An interactive night of horror:
Im Stil von Altmeister Lovecraft gehaltene Mystery-Story mit überraschendem Finale.

Weitere Spielebewertungen auf meiner anderen Homepage

Text-Adventure-Entwicklungssysteme:

  • TADS, das "Text Adventure Development System", leistet genau das, was der Name sagt. Mittels einer eigenen, objektorientierten Sprache können Spiele kreiert werden. Zum Funktionsumfang gehören ein Compiler, ein Interpreter, eine umfangreiche Dokumentation und ein Beispiel-Spiel samt Source-Code. TADS läuft auf den verschiedensten Plattformen, siehe Doku.
    Ich selbst habe lange Zeit TADS benutzt, und muß sagen, daß mir der Einstieg darin leicht fiel, obwohl ich noch nie zuvor objektorientiert programmiert hatte (Allerdings studiere ich im Nebenfach Informatik...) Ich kann das System daher sehr empfehlen.

  • Inform 6 ist ein System, daß ähnlich wie TADS aufgebaut ist: hauptsächlich objektorientiert, mit Compiler, Interpreter und ausführlicher Dokumentation ausgestattet. Von der Leistung her ist Inform etwas mächtiger als TADS. Ich habe inzwischen "erste Schritte" darin unternommen, und es gefällt mir auch sehr gut!

    Interessante Links zu Inform 6:

Interactive Fiction auf dem PDA

Ein Gerät, das als Plattform zum Spielen von Interactive Fiction wie geschaffen ist, ist der PDA, besonders wenn er älterer Bauart ist (sprich: Monochrom-Display, geringer Speicherplatz, leistungsschwache CPU). Ein solches Gerät kann optimal zum Spielen von IF genutzt werden, auch wenn es - nach heutigen Multimedia-Massstäben - nicht mehr zu viel anderem gut ist.

Auf meinem Palm IIIxe (mit Palm OS V3.5.2.3.0) kommt als Z-Code-Interpreter die Software Frobnitz V1.01 zum Einsatz. Spiele in Z-Code-Format müssen dafür zunächst in das Palm-eigene Datenformat (*.pdb) konvertiert werden. Dazu gibt es Utility-Programme, die wie Frobnitz auch z.B. aus dem if-archive bezogen werden können.

Nun kann das Spiel per Synchronisation auf den PDA gebracht werden. Startet man Frobnitz, wird es in der Liste der zur Verfügung stehenden Spiele angezeigt.

Das Spielen verläuft im wesentlichen wie bei jedem Z-Code-Interpreter, mit ein paar besonderen Features, die sich aus der (normalerweise) fehlenden Tastatur und der damit mangelnden Möglichkeit zur bequemen und schnellen Eingabe von Text ergeben:

Jedes Wort des angezeigten Textes kann angeklickt werden. Es öffnet sich ein Kontextmenü, welches eine Reihe von Standardoperationen anbietet. Das angewählte Wort kann z.B. einfach in die Kommandozeile kopiert werden, es kann aber auch ein vollständiger oder Teil-Befehl daraus gebildet werden, z.B. "take ‹ausgewähltes Wort›" oder "ask ‹ausgewähltes Wort› about". Zudem kann diese Liste der angebotenen Ergänzungen vom Benutzer gepflegt und erweitert werden. Mit nur wenig Aufwand können so komfortabel Spiel-Befehle erstellt werden, der Tipp-Aufwand ist minimal.

Links:

Vor allem im englischsprachigen Raum gibt es zahlreiche Sites zum Thema Interactive Fiction. Ich stelle nur einige wichtige vor, zumal sich auf den entsprechenden Sites oft eigene Linksammlungen befinden.

Einige Home Pages:

Deutschsprachige Interactive Fiction:

Newsgroups: